71. Frauenfelder Militärwettmarsch 2005 - Jörg Hafners 50. Tagessieg bei seinem letzten Waffenlauf

Frauenfelder Militärwettmarsch (42,2 km, 301 Klassierte), Overall: 1. Jörg Hafner (Hasle LU) 2:44:10. 2. Bruno Dähler (Gais) 6:39 zurück. 3. Martin Belser (Bütschwil) 7:17. 4. Marc Berger (Fribourg) 9:31. 5. Patrick Wieser (Aadorf) 9:41.
Die Kategoriensieger. M20: Berger. - M30: Belser. - M40: Hafner. - M50: Stefan Obertüfer (Sulgen) 3:07:21. - D20: Claudia Helfenberger (Arnegg) 3:13:30. - D40: Marianne Balmer (Davos Platz) 3:22:38. - Gäste: Johannes Innerhofer (AUT) 3:24:22.


(dy) Jörg Hafner (Hasle LU), der schon seit zehn Wochen als Schweizer Waffenlaufmeister feststeht, krönte seine überaus erfolgreiche Saison mit dem Sieg beim prestigeträchtigen Frauenfelder Waffenlauf, 6:39 Minuten vor Bruno Dähler (Gais) und 7:17 Minuten vor Martin Belser (Bütschwil).
Es war dies der insgesamt 50. Tagessieg für den Luzerner, der damit seine Waffenlaufkarriere beenden will und Ende Saison gänzlich vom Leistungssport zurücktreten wird. Jörg Hafner stieg 1998 in den Waffenlauf-sport ein und war über Jahre der grosse Waffenlaufdominator. Der Entlebucher wurde sechsmal Schweizermeister seiner Erfolgs-sportart. Den prestigeträchtigen Frauenfelder gewann Hafner nunmehr zum fünften Mal. "Der heutige Sieg ist ein schöner Abschluss. Mindestens auf der ersten Streckenhälfte habe ich dieses Erlebnis auch genossen", sagte Hafner im Ziel des 42,2 km langen Laufes. Er habe eine lange und anstrengende Saison hinter sich und habe sich auf dem zweiten Streckenteil müde gefühlt. "Die Frische fehlte", sagte Hafner, der vor vier Wochen in Kenia, auf 1800 m ü. M., noch einen Marathon bestritten hatte.

In gewohnter Art setzte sich Jörg Hafner gleich nach dem Start von seinen Gegnern ab und führte ein einsames Rennen an der Spitze. "Es war sicher ein Vorteil für mich, dass ich alleine vorne weglaufen konnte", sagte der 40-jährige Zollbeamte. "Ich musste niemandem mein Tempo aufdiktieren und von keinem das Tempo übernehmen." Bis zum Wendepunkt in Will (21,1 km) hatte der Luzerner mehr als fünf Minuten Vorsprung auf seine Kontrahenten herausgelaufen, im Ziel waren es dann 6:39 Minuten.

Kampf um Platz 2

Im Kampf um Platz zwei fiel die Entscheidung zwischen den beiden Ostschweizern Bruno Dähler und Martin Belser erst 1,5 Kilometer vor dem Ziel zugunsten von Dähler, der am Schluss noch die besseren Reserven mobilisieren konnte.




Waffenläufer trotzen den winterlichen Temperaturen
Den rund 300 WaffenläuferInnen boten sich beim 71. "Frauenfelder" kalte, aber trockene Laufbedingungen.


Über 40 Kilometer lang hatten sich die beiden Clubkollegen vom Run Fit Thurgau hervorragend ergänzt und einen gleichmässigen Rhythmus eingehalten. Ruedi Walker, der bis nach Will an zweiter Position gelegen hatte, wurde für seine aktive Laufweise schlecht belohnt. Der Urner, Dritter der Meisterschaft, stand das Tempo nicht durch und fiel noch auf Position sieben zurück.

Entscheidung in der M20

In Frauenfeld fiel die letzte Entscheidung um die Schweizer Meisterschaften. Das Duell Marc Berger gegen Patrick Wieser nahm auch im letzten Meisterschaftslauf seinen Fortgang und wurde buchstäblich erst auf dem letzten Kilometer entschieden. Berger vermochte Wieser schliesslich um zehn Sekunden zu distanzieren und sicherte sich den Meistertitel in der Kategorie M20.

Bestzeit bei den Damen

Eine besondere Leistung vollbrachte Claudia Helfenberger (Arnegg), welche wie Hafner schon seit zehn Wochen als Schweizermeisterin feststeht. In ihrem ersten Rennen über die Marathondistanz lief die St.Gallerin als Gesamt-22. im Ziel ein und verbesserte die Bestzeit bei den Damen, bisher gehalten von Maria Heim aus dem Jahre 2000, um 2:11 Minuten. So weit vorne im Overall-Klassement war noch nie eine Frau im Waffenlauf klassiert.

Von Todesfall überschattet

Die 71. Durchführung des "Frauenfelders" wurde von einem tragischen Todesfall überschattet. Kurz vor dem Ziel des Laufs brach einer der 1650 gemeldeten Teilnehmer zusammen. Trotz sofortiger intensiver Betreuung und Reanimationsversuchen im Kantonsspital Frauenfeld verstarb der Wettkämpfer am späteren Nachmittag. Das Organisations-komitee sowie die IGWS entbieten den Angehörigen des Verstorbenen ihr tiefes Beileid.

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