47. St.Galler Waffenlauf 2006 - Niklaus Scheidegger gewinnt Dernière

St.Galler Waffenlauf (18,7 km/300 m HD, 377 Klassierte), Overall: 1. Niklaus Scheidegger (Wiedlisbach) 1:10:10. 2. Peter Deller (Dürnten) 0:30 zurück. 3. Ruedi Walker (Flüelen) 0:49. 4. Patrick Wieser (Aadorf) 1:12. 5. Fritz Häni (Rumisberg) 1:46.
Die Kategoriensieger. M20: Wieser. - M30: Deller. - M40: Scheidegger. - M50: Häni. - D20: Monika Widmer (Matzingen) 1:29:23. - D40: Marianne Balmer (Davos Platz) 1:23:40.


(r.käser) Der 47. und letzte St.Galler Waffenlauf hat mit einer Überraschung geendet. Nach einem spannenden Rennen setzte sich der Wiedlisbacher Niklaus Scheidegger durch.
Am ersten Aprilsonntag, als der Start zum letzten St.Galler Waffenlauf erfolgte, wurde in den Erinnerungen geschwelgt, aber auch Bedauern geäussert. Zumindest die verbliebenen treuen Läuferinnen und Läufer akzeptierten den Entscheid jedoch überwiegend, in Zukunft keinen Waffenlauf in St.Gallen mehr auszutragen. Und Sieger Niklaus Scheidegger aus Wiedlisbach freute sich über seinen ersten Erfolg beim "St.Galler", bedauerte aber gleichzeitig, dass er diesen im kommenden Jahr nicht mehr wiederholen könne.

403 Teilnehmer

Der Patron des "St.Gallers", Oberst Hans Paul Candrian, freute sich trotz Wehmut. "Dass wir bei idealem Wetter immerhin nochmals 403 Läufer begrüssen durften, ist ein guter Abschluss." Gelassen gab sich der Gründungs-Präsident des St.Galler Waffenlaufs, Roland Gehrer. Er meldete im Jahre 1960 in der ersten Bestandesmeldung 640 Waffenläufer, wobei 551 davon in der jüngsten Auszugskategorie liefen. Beim letzten war es gerade umgekehrt. 170 liefen in der Kategorie der ältesten Teilnehmer und nur deren 39 bei den Jüngsten. Gehrer gründete seinerzeit den "St.Galler" auch aus eigenem Interesse. "Ich war Waffenläufer und dachte damals: Wir führen doch auch in St.Gallen einen Lauf durch."

Nicht zu Wort kamen die vielen Läufer, welche dem Waffenlauf den Rücken kehrten. Für diese dürfte das Ende des "St.Gallers" kein Problem darstellen. Von den aktuellen Teilnehmern waren sicher diejenigen nicht glücklich, welche stets erfolgreich liefen - so auch der Tageszweite Peter Deller. "Vor einigen Jahren musste ich wegen Knieproblemen die Waffenlauf-Karriere beenden. Doch den 'St.Galler' habe ich dennoch stets bestritten, weil er mir einfach zusagte."




Überraschungssieger Scheidegger
Der 45-jährige Berner Niklaus Scheidegger gewinnt den letzten St.Galler Waffenlauf. (Bild: Hanspeter Schiess)


Deller anerkannte neidlos den Überraschungssieg von Niklaus Scheidegger. "Er war einfach stärker als ich und ich gönne ihm den Erfolg." Der Berner freute sich zwar über seinen Erfolg, wurde aber auch nachdenklich. "Es ist sehr schade, dass es diesen Lauf nicht mehr gibt."

Auf Abwarten gelaufen

Das letzte Rennen um den Tagessieg war spannend. Beim Schlössli Haggen, nach 2,7 Kilometer, folgte eine Sechsergruppe. Bereits nach dem Aufstieg beim alten Zoll in Herisau passierte nur noch ein Trio bestehend aus Scheidegger, Deller und Ruedi Walker. Mit einem kleinen Abstand folgte der beste Thurgauer, der Aadorfer Patrick Wieser. Eine Vorentscheidung fiel beim Abstieg Richtung Bahnhof Winkeln. Dort erschien Scheidegger mit 20 Sekunden Vorsprung auf Deller. "Ich lief zuerst auf Abwarten, weil ich das erste Rennen in diesem Jahr bestritt", sagte Scheidegger. Zwischenzeitlich habe er sich beim Gübsensee auf den dritten Platz zurückfallen lassen.

Mit dem vierten Rang überraschte Patrick Wieser ebenso wie Bruno Hasler aus Rickenbach bei Wil, der als Gesamtsechster einlief. Bruno Dähler aus Gais klassierte sich als Achter. In zweifacher Hinsicht enttäuscht zeigte sich die Arneggerin Claudia Helfenberger. Sie wurde von der Davoserin Marianne Balmer um über zwei Minuten distanziert. "Ich hatte von Beginn weg schwere Beine." Enttäuscht sei sie auch darüber, dass der "St.Galler" nicht mehr stattfinden werde. Sie hätte eine Fortsetzung begrüsst. Auch der Abtwiler Robert Camenisch äusserte sein Bedauern. Nach über 300 Waffenläufen und seinem 40. St.Galler sagte er: "Es ist schade, dass diese Ostschweizer Tradition verloren geht."

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