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Ende des traditionellen Wehrsportvereins "Zürcher Patrouilleure" (Medienmitteilung vom 25.03.2008) (hst) Nach 55 Jahren erfolgreicher Vereinstätigkeit: Zeitgeist stärker als der Wehrsport! Nicht einmal zwei Jahre nach der 49. und letzten Austragung des "Zürcher Waffenlaufs" im Oktober 2006 streckt nun auch der organisierende Trägerverein "Zürcher Patrouilleure" nach 55 Jahren sehr engagierter und erfolgreicher Vereinstätigkeit zugunsten des Schweizer Wehrsports endgültig seine Waffen. Wie Oberst i Gst Stefan Holenstein, langjähriger Präsident der "Zürcher Patrouilleure" kürzlich an der letzten Vereinsversammlung in Wallisellen ZH feststellte, gelang es dem bekannten Wehrsportverein nicht mehr, die dringend nötigen Vorstandsmitglieder sowie Athletinnen und Athleten, die eine Verjüngung und Blutauffrischung des Vereins hätten bewirken sollen, zu finden und für den Wehrsport zu überzeugen. Offenbar ist der Zeitgeist heute stärker als der Wehrsport. Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings auch die Tatsache, dass das Departement Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) in den letzten Jahren nur sehr wenig unternommen hat, um den - nebst anderen traditionellen Wehrsportarten - einstmals lebendigen Waffenlauf weiterhin am Leben zu erhalten. Der Wehrsport und seine Vereine werden ausgemustert - aus mehreren Gründen Der Vorstand der "Zürcher Patrouilleure" kam nach einer umfassenden Lagebeurteilung kürzlich zum Schluss, der Vereinsversammlung nach 55 Jahren die Vereinsauflösung zu beantragen und die Vereinstätigkeit definitiv einzustellen. Die Gründe, so Vereinspräsident Oberst i Gst Stefan Holenstein, seien vielfältig, lägen aber auf der Hand: Dem Verein fehle die Basis, nämlich der qualitativ und quantitativ starke Läufernachwuchs. Zudem wolle sich niemand für ein zeitaufwendiges Vorstandsamt in einer serbelnden Sportart mehr zur Verfügung stellen. Eine Trendwende zum Besseren sei bei den Waffenläufen, aber auch bei anderen Militärsportarten, nicht mehr zu erwarten. Seit der Auflösung des Dachverbandes IGWS (Interessengemeinschaft Waffenlauf Schweiz) per Ende 2006 fehlt dem Waffenlauf die solide Grundlage und Verankerung. Das Konkurrenzangebot aus den zivilen Anlässen ist mittlerweile zu gross. Die finanziellen Aufwendungen nehmen trotz stark erodierender Mitglieder- und Teilnehmerzahlen nicht ab; die Sponsorensuche gestaltet sich wegen der mangelnden Attraktivität zudem immer schwieriger. |
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Die Gefahr, zu einem reinen Folklore-Verein zu verkommen, ist deshalb nicht von der Hand zu weisen, wie Stefan Holenstein erklärte. Der Vorstand strebe jedoch, so Holenstein weiter, einen finanziell geordneten, sauberen und insbesondere würdigen Abschluss des stolzen Vereins "Zürcher Patrouilleure" an, der als grösster Zürcher Wehrsportverein in seinen besten Zeiten weit über 300 Mitglieder (heute: 120 Mitglieder) aufwies und die Austragungen des "Zürcher Waffenlauf" zur Hochblüte brachte. Langjähriger vergeblicher Kampf der Wehrsportvereine Es zeigte sich in den letzten Jahren unter dem Reformgeist der Armee XXI immer klarer, dass sich die Möglichkeiten der Unterstützung in der neuen Armeestruktur je länger desto beschränkter erwiesen. Das VBS unterstützte den Waffenlauf zwar grundsätzlich, aber doch nur "im Rahmen der Möglichkeiten", wie es sich auszudrücken pflegte. Dieses eingeschränkte Engagement seitens der Berner Armeeführung reichte für eine gedeihliche Entwicklung des Waffenlaufs bei weitem nicht aus. Von einer wirkungsvollen Partnerschaft zwischen den militärischen Behörden und zivilen Milizorganisationen konnte in den letzten Jahren überdies keine Rede mehr sein. Der zunehmend marginalisierte Waffenlauf hatte in der Armee XXI schlicht keine Zukunft mehr. Im Gegenteil, das VBS entsagte den noch verbliebenen Wehrsportvereinen die finanzielle Unterstützung immer mehr, wie auch das exemplarische Beispiel der Militärischen Fünfkämpfer zu Beginn dieses Jahres schmerzlich gezeigt hat. Damit sei aber, so Holenstein weiter, in der öffentlichen Wahrnehmung ein ganz wichtiges Element der Milizarmee geschwächt und ein nicht unbedeutendes Mosaiksteinchen unwiderbringlich herausgelöst worden. Dieser negative Trend hin zur Auflösung weiterer traditioneller Wehrsportanlässe und -vereine werde sich mit Bestimmtheit fortsetzen und so die Milizarmee weiter schwächen, ist Holenstein überzeugt. Kontakt: Oberst i Gst Stefan Holenstein Präsident "Zürcher Patrouilleure" Streulistrasse 83 8032 Zürich Tel. +41 79 241 59 57 holenstein.st@bluewin.ch (NZZ vom 26.03.2008) |
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